im Kulturcafé - Sever
in Klagenfurt







Einleitende Worte von Prof. Cervenka :


Gerne nehme ich die Gelegenheit war, anlässlich dieser Vernissage hier im Kulturcafé einige Worte über die Künstlerin Janine Höch und ihre Werke an Sie, geschätzte Damen und Herren zu richten.

Gleich nach der ersten Kontaktaufnahme mit der Künstlerin und der damit verbundenen Möglichkeit, Einsicht in ihre Arbeiten zu gewinnen, entwickelte sich in mir ein wahres Bedürfnis, auch hinter diese äußerst sensible und aufwendige Form der Darstellung blicken zu können.

Enorme Ausdauer und Schaffenskraft, gepaart mit fundamentaler Kenntnis in den "Geheimnissen" diverser Techniken, erlaubt es der Künstlerin überzeugend, eigene Gefühle und themenbezogene, innere Stellungnahmen malerisch festzuhalten.

Bei näherer Betrachtung ihrer Bilder, so scheint es, wird uns Rezipienten signalisiert:
"bis hierher und nicht weiter".
Und ab da beginnen wohl Spekulationen wie freie Vielfalt der Interpretation. Und das ist gut so !

Erlauben Sie mir, angeregt durch die hier präsentierten Exponate, leicht pointiert den Philosophen Ludwig Wittgenstein zu zitieren:

Sein allseits bekannter Satz im Vorwort des berühmten Tractatus lautet:

"Was sich überhaupt sagen lässt, lässt sich klar sagen; und wovon man nicht reden kann, darüber muß man schweigen."

Analog dazu wäre das von Wittgenstein bezeichnete "Unaussprechliche" in Janine Höchs Bildern jenes, ihre Intimsphäre, die in uns nur Vermutungen zulässt und es daher auch illegitim sei, hier einzudringen, um schlüssige Aussagen treffen zu wollen.

Und weiterst meint Wittgenstein:

" ... Um glücklich zu leben, muß ich in Übereinstimmung sein mit der Welt."

Dieses Postulat könnte Janines Werken entnommen werden, welche nachdenklich stimmen, Emotionen signalisieren aber auch Ausgewogenheit demonstrieren.

Künstlerische Techniken sind pragmatisch erlernbar, nicht jedoch die Darstellung von Harmonie und Ausstrahlungskraft.

Zunächst als Autodidaktin tätig, lernte Janine Höch in der Folge vom bekannten Maler Siegfried Zademack sämtliche Verfahren der klassischen Ölmalerei kennen und so konnte sie sich später quasi "emanzipiert" ihrem Metier widmen.

Signifikant ist die Nähe zum Surrealismus, indem sie ihre traumhafte Welt verkörpert, wo Illusionen ihrer Innenwelt mit der realistischen Außenwelt konfrontiert werden und somit auch entsprechende Authentizität vermittelt wird.

Inhalte mögen verborgen bleiben, Interpretationen seien uns aber freigestellt !

Vielleicht dazu Friedrich Schiller ( 1759 - 1805 ) :

"In einem wahrhaft schönen Kunstwerk soll der Inhalt nichts, die Form aber alles tun ... nur von der Form ist wahre ästhetische Freiheit zu erwarten."

Vorbilder wie Michelangelo, Raffael und Leonardo inspirieren sie und werden auch in ihren Arbeiten transparent, während die verborgenen Botschaften, das "Zugedeckte" und für uns "Unsichtbare", nur ihr nahe stehen.

Viele Themenkreise sind die Basis ihrer gediegenen, meisterhaften Interpretationen.

Mittels einer beinah´ in Vergessenheit geratenen Technik liefert uns Janine, angesichts der vielen Ismen heutzutage, einen äußerst erfrischenden Beitrag künstlerischer Artikulationen.

Man wird sich in Zukunft den Namen Janine Höch merken müssen und ich bin überzeugt, daß die junge, begabte und seriös arbeitende Künstlerin, trotz sicherlich noch bevorstehender Weichenstellungen, bereits den richtigen, nämlich ihren Weg eingeschlagen hat.


Curt E. Cervenka, Juni, 2002

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